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Ist Farbe zwingenderweise Element von Semiosen?

Ist Farbe zwingenderweise Element von Semiosen?

In einem jüngst von mir verfassten Aufsatz zur Bildsemiotik und -rhetorik der Farben vertrete ich den Standpunkt, dass Farben mit großer Wahrscheinlichkeit nicht außerhalb von Semiosen gedacht werden können. Denn schließlich sind sie ein Zusammenspiel objektiver (Licht mit einer bestimmten Wellenlänge) und subjektiver Faktoren (Wahrnehmung und Verarbeitung im Gehirn), wobei sich alle Zeichentypen (z.B. Ausdruck, Anzeichen; im Sinne Posners) wiederfinden lassen. Wie seht/sehen Ihr/Sie das?

Bearbeitet von: Christian
Sep-19-10 11:44:55

Christian
StR
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Re: Ist Farbe zwingenderweise Element von Semiosen?

"Denn schließlich sind sie ein Zusammenspiel objektiver (Licht mit einer bestimmten Wellenlänge) und subjektiver Faktoren (Wahrnehmung und Verarbeitung im Gehirn)"
Gilt das nicht für alle wahrgenommenen Situationen? Wenn ich Alice hüpfen sehe, dann gibt es ein Ereignis, dass ich wahrnehme derart, dass diese Wahrnehmung mich etwas glauben lässt, z. B. dass Alice hüpft. Jedenfalls geht mein Wahrnehmungserlebnis mit einer (im Sinne der Brentano-Anhänger) intentionalen Beziehung zu etwas einher, die das Wahrgenommene - wie Phänomenologen sagen - 'konstituiert'. Mir scheint: Dass x die Farbe so-und-so hat, kann beispielsweise Anzeichen für einen Sachverhalt (eine Proposition) sein. Aber eine Farbe braucht nicht diese Rolle zu spielen. Sicher gibt es Farben nur deshalb, weil es Wahrnehmung gibt. Aber reicht das dafür, ein Zeichen zu sein? Oder was meinst du mit "können nicht außerhalb von Semiosen gedacht werden"?

claus
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Re: Ist Farbe zwingenderweise Element von Semiosen?

Ich bin durchaus der Überzeugung, dass Wahrnehmung an sich selbst zeichenhaft ist. Unabhängig vom Subjekt kann man sich Gegenstände allerdings auch außerhalb von Semiosen vorstellen (z.B. der von niemandem wahrgenommene Blitzeinschlag). In dem Aufsatz schildere ich allerdings genauer, inwiefern Farbe Gegenstand der (Bild-)Semiotik sein kann. Während ein Bild nicht aufhört Bild zu sein, wenn es niemand wahrnimmt, ist die Farbe ohne Wahrnehmung (nach der physikalischen Definition) erst einmal nicht gegeben. Dies gilt wahrscheinlich auch für Kontrast, Sättigung etc.

Christian
StR
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Re: Ist Farbe zwingenderweise Element von Semiosen?

Nehmen wir mal an, man könne begründen, dass Wahrnehmung generell zeichenhaft ist. Ist dann das Wahrgenommene zeichenhaft nur schon deshalb, weil es nicht nur "Ding an sich" ist, sondern auch Produkt von Kognitionen? Dann wäre alles, was man z. B. "Perzept" nennt, zeichenhaft. Da kommt es nun sehr auf die Definition von "zeichenhaft" an. Sie soll ja einen Begriff hergeben, unter den nicht zu viel fällt.

claus
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