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Deutscher Kongress für Semiotik 2011

Deutscher Kongress für Semiotik 2011

Liebe Mitglieder des Semiotik-Forums,

inzwischen sind die Titel der Sektions-Beiträge des diesjährigen Deutschen Kongresses für Semiotik zum Thema "Repräsentation, Virtualität, Praxis" veröffentlicht worden.
Sie können auf der Seite http://www.semiose.de/index.php?id=599,80 abgerufen werden.

Des Weiteren verweise ich auf den aktuellen Veranstaltungskalender der Zeitschrift für Semiotik, der im Anhang beigefügt ist.

Mit besten Grüßen
Christian Trautsch
(Administrator)

Zum Veranstaltungskalender HIER klicken!

P.S.: Die Anmeldung für nur hörende Studierende ist kostenlos und kann hier vorgenommen werden:
http://www.semiose.de/index.php?id=643,80

Bearbeitet von: admin
Jun-08-11 21:00:23

admin
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Re: Deutscher Kongress für Semiotik 2011

Meine lieben Semiotiker und Semiotikerinnen,

beim Überfliegen des Kongressprogramms fiel mir auf, dass ein reines Peirce-Seminar angeboten wird. Für mich selbst ist das vielleicht eine Chance, mein persönliches Peirce-Problem zu bearbeiten: Einerseits ist mir Peirces Stoßrichtung insofern sympathisch, als er eine Alternative zum Saussureanischen Konventionalismus, der das gängige Bild von Semiotik prägt, bildet, indem Ikonizität und Indexikalität neben den Symbolcharakter gestellt werden. Andererseits macht mich Peirces für mich durchweg unklare Sprache irre, und ich sehe nicht ein, dass ich mir eine X-Philologie aneignen muss, um dem Autor X zu folgen. Beispielsweise die üblichen 'Definitionen' von "Erstheit", "Zweitheit", "Drittheit" genügen Definitionsansprüchen meines Erachtens nicht. Und die unter Semiotikern so beliebten Dreiecke (oder Greimas'schen Vierecke) mögen hübsch aussehen, liefern aber keine Definitionen, denn ich kann ihnen keine Propositionen als Definienda entnehmen, die unter den-und-den Bedingungen auf etwas zutreffen, dessentwegen es "Zeichen" genannt werden soll/kann.   Ehrlich gesagt: Die drei 'Klassiker' der Semiotik (Peirce, Saussure, Morris) scheinen MIR in erster Linie von historischem Interesse zu sein, und ich finde, dass neuere Ansätze, die wissenschaftstheoretisch strengeren Kriterien genügen, brauchbarer sind.     Was ist nun von dem gegenwärtig in der IASS und nun wohl auch in der DGS zu verzeichnenden Peirce-Kult zu halten? Ist das mehr als ein Jargon, der sich großer Beliebtheit erfreut - so wie der Goodmanianismus in der Bildtheorie und der Uexküllianismus in der 'Biosemiotik', der nun auch gerne mit Peirce verbunden wird? (Letzteren nenne ich nach Gesprächen mit einer Semiotikerin immer das "Teesiebmodell": Zeichen Z ist für den Organismus O etwas immer dann, wenn O auf alles von dem Typ von Z in der spezifischen Weise R regiert - so, wie ein Teesieb den Aufguss durchlässt und die Teeblätter zurückbehält.)    :-))

claus
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Re: Deutscher Kongress für Semiotik 2011

Der Goodman'ianismus ist mir in einem neuesten Werk zur Bildphilosophie aufgefallen (, dessen Titel ich an dieser Stelle nicht nennen möchte!), wobei Goodman als Vertreter der Bildsemiotik auftritt. Als wenn sich die Bildsemiotik auf Goodman reduzieren ließe. Was den, wie du es nennst, Peirce-Kult angeht, sollte man die Vorträge abwarten. Vielleicht sind diese ja historisch angelegt. Gegen die Peirce'sche Grundunterscheidung der Zeichentypen habe ich, wie du sicherlich auch, nichts einzuwenden.

Christian
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Re: Deutscher Kongress für Semiotik 2011

"Gegen die Peirce'sche Grundunterscheidung der Zeichentypen habe ich, wie du sicherlich auch, nichts einzuwenden."

Sie ist ohne Wert, solange nicht gesagt wird, was Ikone, Indexe und Symbole gleichermaßen zu Zeichen macht. Es fehlt Klarheit in Bezug auf das Verständnis von "Zeichen". Dementsprechend werden auch in der neueren Peirce-Rezeption immer wieder 'Grundunterscheidungen' aneinandergereiht. Entscheidend für den Explikationswert ist aber, was die betr. Unterkategorien einander ähnlich sein lässt, und diese Ähnlichkeit dürfte mit der Zeichenhaftigkeit zu tun haben. (So steht erst mal an, die Frage zu beantworten "Was macht beispielsweise das Stoppschild in Bezug auf Verhalten im Straßenverkehr und den Rauch in Bezug auf Feuer gleichermaßen zeichenhaft / insofern einander ähnlich?)

claus
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Re: Deutscher Kongress für Semiotik 2011

Deswegen ist eine Kennzeichnung wie 'historisch interessant' ja so treffend für solche Texte. Es wurde in der Tat nicht so genau gesagt, in welcher Hinsicht die Ähnlichkeit bestehen soll. Auch wenn der Ansatz nicht perfekt ist, hat er doch viel angestoßen, z.B. ganze Werke zur Ikonizität (bes. Börries Blanke).

Christian
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Re: Deutscher Kongress für Semiotik 2011

Ja ja, klar, historisch wichtig. Bin aber doch recht genervt davon, denn: Mittelerweile könnten Semiotiker etwas mehr wollen als etablierte Jargons pflegen. So etwas kann man sich auch nur in 'Kulturwissenschaften' erlauben und dadurch - nebenbei bemerkt - den in der Anwendung ihrer Disziplinen gerade sehr oft Fehlschlüssen unterliegenden Naturwissenschaftlern wieder die Annahme nahelegen: Richtige Wissenschaften zeichneten sich durch Messen von etwas aus (z. B. Messen von Information, ...).        "Logik und Wissenschaftstheorie für Kulturwissenschaftler" - wird dergleichen angeboten? (Wenn ich nicht erst mal übers Geldverdienen nachdenken müsste, würde ich dergleichen ja gerne an Volkshochschulen machen.) Aber nun fehlen die ärgerlichen Smilieys (schreibt man das so?) .......

claus
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Re: Deutscher Kongress für Semiotik 2011

Angeblich schreibt man die so: „Smileys“. Aber egal. Mein Beitrag auf dem Kongress ist jedenfalls keine Peirce-Verherrlichung, eher eine Ekman(-Mimikforschung-)-Verherrlichung. Ich bin noch nicht mal sicher, ob man das -- nur auf der Grundlage der vorliegenden Titel -- über die anderen Beiträge sagen kann. Einfach mal abwarten, genießen (oder sich-reinziehen) und mitdiskutieren.

Für alle anderen, die es noch nicht mitbekommen haben, hier kann man sich für den Kongress der DGS (Oktober) anmelden: http://www.semiose.de/index.php?id=644,80
Student/inn/en, die nur mithören wollen, haben freien Eintritt.

Christian
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Re: Deutscher Kongress für Semiotik 2011

"Angeblich schreibt man die so: 'Smileys'."   Gott ja, natürlich. (Das musste ich noch der Ehre wegen anfügen.) 
Man sieht sich dann also wohl in Potsdam. Das nächste ausstehende Heft der "Zeitschrift für Semiotik" wird übrigens die Peirce'schen Unterscheidungen nochmals gründlich wiedergeben, aber auch Neues bieten (wenigstens was EINEN Aufsatz betrifft - hier fehlt wieder ein Smiley.)  Diskutiert wird u. a. das Buch "Diagrammatology" von Stjernfelt.

claus
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Re: Deutscher Kongress für Semiotik 2011

Ich hoffe, das Heft kommt noch in diesem Leben heraus.

Christian
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