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Kongress zur Endlagerung von Atommüll

Kongress zur Endlagerung von Atommüll

2. Wiener Nuklear-Symposium
„Endlagerung radioaktiver Abfälle“
15. September 2011

Themen: u.a. Atomsemiotik und Atomethik

Universität für Bodenkultur
Institut für Sicherheits-
und Risikowissenschaften
Borkowskigasse 4
A-1190 Wien

Siehe Programm: http://www.risk.boku.ac.at/download/Fly … m_2WNS.pdf

Bearbeitet von: Christian
Sep-10-11 08:56:15

Christian
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Re: Kongress zur Endlagerung von Atommüll

In dem vergriffenen Sammelband "Warnungen an die ferne Zukunft", hrsg. v. Roland Posner (Raben-Verlag), der u. a. die Aufsätze mit Antworten auf die Frage »Wie ist es möglich, unsere Nachkommen innerhalb der nächsten 10.000 Jahre über die Lagerungsorte und die besonderen Gefahren von Atommüll zu informieren?« enthält, hat Professor Susanne Hauser sehr nachdrücklich eine ethische Position bezogen und darauf hingewiesen, dass es erste Pflicht sei, eine weitere Produktion von Atommüll möglichst zu vermeiden. Das ist intellektuell vielleicht langweilig, aber meines Erachtens ethisch naheliegender als die Suche nach Antworten auf die oben genannte Frage vorzuziehen.
Ich möchte hier - man mag es als 'politisches Pamphlet' löschen - darauf hinweisen, dass, gemessen an anderen politischen Bürgerprotesten, Proteste 1) gegen Kernkraftwerke, 2) gegen Atommülllagerstandorte (deren Einrichtung ja den weiteren Betrieb von Kernkraftwerken auch immer wieder rechtfertigen helfen würde) und 3) gegen Wiederaufbereitungsanlagen in Deutschland ziemlich erfolgreich waren. Ich bin persönlich sicher, dass dazu v. a. die Konzentration der jeweils direkter vor Ort Betroffenen beigetragen hat. So gesehen ist es ein Vorteil, dass hier 'Schlüsselorte' wie z. B. Gorleben und früher Wackersdorf relevant sind.
Wie erfolgreich die AKW-Proteste waren, kann man am besten sehen, wenn man die letzten vierzig Jahre überblickt. Hamelner Verwandte von mir, die in den 70ern in Grohnde am Widerstand gegen das Kernkraftwerk beteiligt waren, betonen regelmäßig eine angebliche Sinnlosigkeit außerparlamentarischer Aktivitäten – wobei ihr Kriterium offenbar ist, dass das Kraftwerk in Grohnde nicht verhindert wurde.  Ich wundere mich sehr, wenn von jeder gegen ein Vorhaben X gerichteten Protestaktivität erwartet wird, dass sie X verhindert. Der folgende Auszug lässt die Sache vielleicht anders sehen. Und ich glaube, dass hierzu vor allem das längerfristige Nicht-Nachlassen und die Konzentration auf ‚Schlüsselorte’ wie Gorleben (von denen für die Betreiber ja viel abhängt) beitrugen: Beides machte die Proteste der letzten vierzig Jahre sicher zu schwierigen Hindernissen. Und um das aufrechtzuerhalten, ist meines Erachtens nicht unbedingt ein lebenslanger Aktionismus nötig, sondern einfach nur: sich jährlich ein- oder zweimal an einen Ort zu begeben. (Wikipedia kann man entnehmen:)
Im Anschluss an die Ölkrise 1973 plante die deutsche Bundesregierung einen schnellen Ausbau der Atomenergie, um den erwarteten Energiebedarf zu sichern.
Zu ersten großen Protestaktionen in Deutschland kam es ab 1975 auf dem Bauplatz des geplanten Atomkraftwerks in der badischen Gemeinde Wyhl. Der Bauplatz wurde am 18. Februar 1975, dem Tag nach Beginn der Bauarbeiten, von Atomkraftgegnern besetzt, aber wenige Tage später von der Polizei zunächst wieder geräumt. Nach einer Kundgebung am 23. Februar kam es zu einer zweiten Besetzung des Bauplatzes, die über acht Monate andauern sollte. Der Bau des Kernkraftwerks Wyhl wurde durch die Aktionen und die nachfolgenden Gerichtsverhandlungen schließlich verhindert. Die Aktion wurde zum Vorbild für Proteste gegen weitere Atomanlagen; prominenteste Beispiele sind der Widerstand gegen den Bau des Kernkraftwerks Brokdorf ab 1976, den „Schnellen Brüter“ in Kalkar 1977, den Bau des Kernkraftwerks Grohnde und gegen die Errichtung der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf ab 1985. Während in Brokdorf nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen mehreren tausend Demonstranten und der Polizei das Atomkraftwerk schließlich gebaut wurde (Netzbetrieb ab 1986), war der Bau der Wiederaufbereitungsanlage nach Großdemonstrationen mit mehr als 100.000 Teilnehmern politisch nicht mehr durchzusetzen.

So langweilig das Aufrechterhalten der Proteste aus einer semiotisch intellektuellen Sicht sein mag: Es verspricht effizient zu sein. Und effizient will der rational Handelnde doch wohl sein. Daher mein Hinweis:
Am kommenden Samstag (26.11.11) findet wieder die - solange die Castor-Transporte andauern - jährliche Demonstration vor Ort in Gorleben statt: Es geht um nichts weniger als eine Entscheidung für Jahrtausende.





Was hier noch fehlt, ist, dass

-          auch der schnelle Brüter in Kalkar verhindert wurde

-          eine Wiederaufbereitungsanlage erst 1979 in Gorleben und dann in Wackersdorf, also in ganz verschiedenen Gebieten der Bundesrepublik, verhindert wurde.

claus
ICH
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